Knappschaftskrankenhaus Dortmund

Raum der Stille

Der Bau einer Kirche ist Stein gewordenes Zeugnis des Glaubens. Warum aber einen Raum der Stille in einem weltlichen Krankenhaus wie dem Knappschaftskrankenhaus Dortmund errichten?
Zwischen Kirche und Krankenhaus bestehen trotz unterschiedlicher Aufgaben Berührungspunkte:
Ebenso wie im Glauben steht im Krankenhaus der Mensch mit seinen Wünschen, Bedürfnissen und Hoffnungen im Mittelpunkt des Handelns.
Mit dem Raum der Stille ist die Idee verbunden, an einem so lebendigen Ort wie dem Knappschaftskrankenhaus eine Stätte der Besinnung zu schaffen: einen stillen Raum, in dem man sich zurückziehen kann, wenn zum Beispiel Haltepunkte und Grenzen des Lebens wegfallen oder überschritten werden. „Den Menschen wollen wir helfen zu erkennen, dass Gott auch in den schlimmsten Stürmen des Lebens bei ihnen ist“ sagt Schwester Maria Benggok SSpS, katholische Krankenhausseelsorgerin im Knappschaftskrankenhaus.
Eine Idee muss zur Wirklichkeit finden. Nach Vorgesprächen mit Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche wurde 2001 ein Künstlerwettbewerb ausgeschrieben. In ihren Entwürfen sollten die Künstler berücksichtigen, dass das christliche Fundament als Grundorientierung erkennbar ist und der Raum auch anderen Konfessionen und Religionen offensteht und diese einlädt.

Der Entwurf von Oswald Krause –Rischard (Witten) überzeugte die Jury mit seiner Klarheit. Der Künstler nimmt Bezug auf die Geschichte der Region: Kohle, Stahl und schließlich das Blau des Wassers und des Himmels prägen die Gestaltung des Raumes. Die Gestaltung der Fenster ist eine Kombination aus geschliffenen Prismen, in denen sich das Sonnenlicht bricht, und buntem Glas im Wechselspiel zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Finsternis und Licht.
Über dem Altar, der aus schwarzem, kaltgewalztem Stahl geschmiedet wurde, erhebt sich ein Kreuz aus Birkenholz. Das Kreuz aus Bäumen, die überall im Ruhrgebiet zu finden sind, besteht aus fünf Quadraten. Diese Holztafeln sind mit Kohlenstaub (schwarzes Gold der Bergleute ) und Gold (Licht des Himmels) versehen.
Seit der feierlichen Einweihung des Raumes der Stille im Jahre 2003 wird er oft genutzt.